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Erst dafür, dann dagegen?

19.04.2026

Seine Meinung zu ändern, ist ein demokratisches Recht. Sich von der Verantwortung für eine einmal getroffene Entscheidung einfach loszusagen, lässt aber an den Fähigkeiten, eine politische Funktion auszuüben, aber sehr zweifeln. In der jüngsten Ausgabe seiner Parteizeitung hat der Vorsitzende der ÖVP Seefeld-Kadolz die Gemeindebevölkerung davon in Kenntnis gesetzt, dass er jede Verantwortung für ein nicht näher beschriebenes „finanzielles Desaster“ zurückweist. Damit folgt er den allzu gut bekannten Beispielen von ÖVP- und FPÖ-Politikern auf Landes- und Bundesebene, die sehr geübt sind, die Verantwortung für ihre eigenen Handlungen auf andere abzuwälzen.

Seine Meinung zu ändern, ist ein demokratisches Recht. Sich von der Verantwortung für eine einmal getroffene Entscheidung einfach loszusagen, lässt aber an den Fähigkeiten, eine politische Funktion auszuüben, aber sehr zweifeln. In der jüngsten Ausgabe seiner Parteizeitung hat der Vorsitzende der ÖVP Seefeld-Kadolz die Gemeindebevölkerung davon in Kenntnis gesetzt, dass er jede Verantwortung für ein nicht näher beschriebenes „finanzielles Desaster“ zurückweist. Damit folgt er den allzu gut bekannten Beispielen von ÖVP- und FPÖ-Politikern auf Landes- und Bundesebene, die sehr geübt sind, die Verantwortung für ihre eigenen Handlungen auf andere abzuwälzen.

Das alte Spiel mit der öffentlichen Meinung ...

Die betreffende Aussendung der ÖVP gibt einige Rätsel auf: Der bzw. die Verfasser nehmen auf ein „finanzielles Desaster“ Bezug, von dem aber sonst niemand Kenntnis besitzt. Nichtsdestotrotz werden „weitreichende Konsequenzen“ angedroht, die aber genauso wenig erläutert werden.

In der Folge findet nur ein „Konsolidierungsprogramm“ Erwähnung, mit dem vermutlich das Haushaltskonsolidierungskonzept gemeint ist, das zu erstellen unserer Gemeinde zu Jahresbeginn von der NÖ Landesregierung aufgetragen wurde – genauso wie 318 (von 572) niederösterreichischen Gemeinden auch – worüber wir schon im vergangenen März berichtet hatten (siehe unseren Beitrag „Mehr Geld für Land NÖ, weniger für Gemeinden„).

Der Vorsitzende der hiesigen ÖVP-Ortsgruppe ist aber schon viele Jahre im Gemeinderat tätig und weiß (oder sollte wissen), dass der Auftrag für ein Konsolidierungskonzept kein „finanzielles Desaster“ ist und auch keines auslösen kann. Da wie erwähnt, 318 Gemeinden mit einer solchen Maßnahme konfrontiert sind, müsste das Land Niederösterreich schon bald Konkurs anmelden.

Weiter kritisiert die ÖVP die aktuelle Situation und macht die „regierende SPÖ-Mehrheit“ alleine verantwortlich. Doch davon abgesehen, dass ein Gemeinderat gar keine „regierende“ Gewalt besitzt, hat man offenbar vergessen, dass die ÖVP in den letzten Jahren bei allen Entscheidungen zu signifikanten Ausgaben ihre Zustimmung gegeben hat – und zwar aus dem Grund, weil diese für unsere Gemeinde dringend notwendig waren.

Sich jetzt mit einigen wenigen Worten aus der Verantwortung stehlen zu wollen, ist nur das allzu gut bekannte Spiel mit der öffentlichen Meinung. Der Versuch, mit verzerrten Darstellungen und Behauptungen ein völlig falsches Bild der Situation vorzumachen, ist aber angesichts der Protokolle aus den Gemeinderatssitzungen vergeblich … denn darin ist unwiderlegbar dokumentiert, dass die Fraktion der Volkspartei in den meisten Fällen mit der SPÖ übereinstimmend entschieden hat.

Für die nächste Ausgabe unseres Meinungsmagazins SPÖ DIREKT bereiten wir einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema vor, der auch Auszüge aus den Gemeinderatsprotokollen beinhalten wird.

Update - 29.6.2026:

Die Ausgabe Juni 2026 der SPÖ DIREKT wurde mittlerweile allen Haushalten zugestellt und kann hier als PDF heruntergeladen werden.)

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