Der Betrieb und die Erhaltung eines Freibades ist ein überaus teures Unterfangen, das je nach Größe und Ausstattung mehrere hunderttausend Euro pro Jahr kostet. Umwälzpumpen und Filteranlagen laufen Tag und Nacht, um die Wasserqualität auf dem erforderlichen Niveau zu halten – was bei den aktuellen Energiepreisen einen erheblichen Anteil an den laufenden Kosten darstellt. Die Gehälter für die Mitarbeiter sind aufgrund der ausgedehnten Öffnungszeiten und der Wartungsarbeiten vor und nach dem Badebetrieb ebenfalls schwierig aufzubringen. Ganz zu schweigen davon, wenn gealterte Anlagenteile ersetzt werden müssen. Und letztlich können die laufend gänderten technischen Richtlinien zusätzliche Ausgaben nach sich ziehen.
Verständlich also, dass die laufende Finanzierung vor allem für kleinere Gemeinden zu einem ernsthaften Problem geworden ist. Die SPÖ Niederösterreich hat deshalb im Juni dieses Jahres einen Antrag für ein neues Fördergesetz im Landtag eingebracht. Dieses hätte auf der Grundlage des jeweiligenden Bedarfes der Freibäder Unterstützungsleistungen und Investitionen in bauliche und technische Modernisierung erleichtert. Doch das scheiterte jetzt an der Ablehnung von ÖVP und FPÖ …
„Die Gemeinden brauchen dringend finanzielle Unterstützung für den Betrieb ihrer Bäder. Egal ob Frei- oder Hallenbad, Badeteiche usw. Meist können sie nicht kostendeckend geführt werden und sind daher als Teil der Daseinsvorsorge im öffentlichen Interesse zu sehen“, betonte Hannes Weninger, SPÖ-Klubsprecher im Landtag, und verwies dabei auf die Tatsache, dass in Österreich 137.000 Kinder und Jugendliche nicht schwimmen können, weil einfach die Möglichkeiten dazu fehlen.
„Wenn ein Freibad zusperrt, verschwindet nicht nur ein Becken mit Wasser … dann reißt es ein Stück soziale Infrastruktur aus dem Herzen der Gemeinde“, beschreibt Sven Hergovich, SPÖ-Landesvorsitzender das Problem.
Der schwarz-blauen Landesregierung scheint dies jedoch egal zu sein ..