In Wahrheit ist es nämlich so, dass mit jeder Senkung der Lohnnebenkosten unser soziales Sicherheitsnetz brüchiger wird. Würde man die Lohnnebenkosten gänzlich abschaffen, gäbe es schlagartig keine Entgeltfortzahlung im Krankenstand, keine Arbeitslosenunterstützung, keine Notstandshilfe und noch einiges Andere nicht mehr. Job verloren, weil das Unternehmen nach Rumänien übersiedelt? Pech gehabt! Arbeitsunfähig wegen Krankheit? Pech gehabt! (Vielleicht warst du auch selbst schuld?)
Krankengeld, Urlaubsgeld, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe usw. sind Errungenschaften sozialer Politik, die ab 1955 über dreißig Jahre lang in kleinen Schritten gegen den ebenso massiven wie hartnäckigen Widerstand von ÖVP und FPÖ durchgesetzt und danach immer wieder verteidigt werden mussten.
Die extrem wirtschaftsliberale und antisoziale schwarz-blaue und schwarz-grüne Bundesregierung der Jahre 2017 bis 2025 haben unserem Sozialsystem erhebliche Schäden zugefügt. Unter anderem wurden in diesem Zeitraum mehrmals die Lohnnebenkosten gesenkt. Jetzt ist es dringend erforderlich, diesen verhängnisvollen Kurs wieder zu korrigieren. Falls nicht, werden wir nämlich schon bald auch auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten müssen!
Übrigens: „Lohnnebenkosten“ ist ein Begriff, den die Arbeitgebervertretung geprägt hat; korrekt muss es „Lohnnebenleistungen“ heißen …
(Gastkommentar von Elmar Helletzgruber)