Dem Online-Magazin „Neue Zeit“ liegen zahlreiche Berichte von Betroffenen vor, die ein düsteres Bild zeichnen: Wer eine rasche und medizinisch effiziente Behandlung benötigt, muss reichlich Geld haben!
Das Land Niederösterreich fährt schon seit einigen Jahren einen rigiden Sparkurs, was Gesundheit und Soziales angeht – auf Kosten der Patientinnen und Patienten. Die oft dramatischen Auswirkungen geben Anlass zur Sorge – und nicht erst jetzt.
Der Personalmangel in den Landeskliniken führt zu hoffnungslos überfüllten Ambulanzen, immer längeren Wartezeiten und sogar dazu, dass Operationstermine mehrmals verschoben werden müssen. Der Fall eines Elternpaares, dem für einen Routineeingriff bei ihrem Kind eine Wartezeit von über einem Jahr genannt wurde, ist keine Ausnahme. Nur durch große Bemühungen und Hartnäckigkeit konnte der OP-Termin um sechs Monate vorverlegt werden … aber: ein halbes Jahr auf eine Operation warten zu müssen ist nicht akzeptabel.
Ein anderer Erfahrungsbericht erzählt von einem Elternpaar, das für ihren Sohn die Behandlung eines Kreuzbandrisses privat bezahlen musste, da eine längere Arbeitsunfähigkeit zur Auflösung des Lehrverhältnisses geführt hätte. Die gesetzliche Krankenversicherung und die jeweilige Landesregierung hätten aber dafür zu sorgen, dass solche Probleme nicht entstehen.
Laut dem Bericht in Neue Zeit sprechen die Betroffenen von überfüllten Notaufnahmen, überlasteten Ärzten und sogar von verzögerten Krebstherapien. Diese Mißstände sind vor allem auf infrastrukturelle Defizite zurückzuführen, insbesondere auf den erheblichen Personalmangel und eine überbordende Bürokratie. Eine unselige Gemengelage, die Gesundheit und Leben von Patienten gefährdet.
Dass es anders geht, zeigt das Burgenland vor: Dort wird in die Krankenversorgung in großem Ausmaß investiert. Nach der Fertigstellung der Landesklinik Oberwart im vorigen Jahr geht es gleich weiter, denn ein neues Krankenhaus in der Stadt Gols ist bereits beschlossene Sache. Es werden neue Standorte geschaffen, anstatt die alten kaputt zu sparen. Gleichzeitig wird auch in neues Personal und in die Ausbildung von Pflegekräften investiert, wie die Arbeiterkammer Burgenland zu berichten weiß.
In Niederösterreich weichen dagegen viele Patient*innen nach Wien aus. Sie hoffen auf wesentlich kürzere Wartezeiten. Momentan scheint diese Hoffnung auch berechtigt zu sein, doch sowohl Krankenkassen als auch das Land Wien werden sich gegen einen „Patienten-Tourismus“ früher oder später wehren müssen, wenn das die eigenen Kapazitäten zu stark belastet. Eine Lösung des Problems ist es auf jeden Fall nicht und Niederösterreich kann und soll sich nicht von der Krankenversorgung der Bundeshauptstadt abhängig machen.