Die ersten Berichte waren noch noch völlig unfassbar, wurden aber wenig später bestätigt: Landeshauptfrau Mikl-Leitner, von den Medien bedrängt, dementierte diese Pläne nicht, sondern wollte die Sache als „Überlegungen“ der Landesgesundheitsagentur (LGA) darstellen. Sie bezog sich aber auch auf Anordnungen der (vorherigen) schwarz-grünen Bundesregierung, „Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich“ umzusetzen.
Tatsache ist aber, dass „Sparmaßnahmen“ schon seit Jahren umgesetzt werden. Ärzte und Pfegepersonal wurden und werden immer knapper, weswegen Wartezeiten für Operationen immer länger und die Zeit der stationären Aufenthalte von Patienten immer kürzer werden – wobei die Nachbehandlung den ohnehin schon überlasteten Hausärzten überlassen wird.
Und doch scheint es der regierenden Koalition von ÖVP und FPÖ im NÖ Landtag noch immer nicht genug damit: Die jetzt bekannt gewordenen Pläne (die offenbar bis nach der Gemeinderatswahl im Jänner 2025 vor der Bevölkerung geheim gehalten werden sollten) beinhalten dezidiert die Schließung von fünf Landeskliniken:
Gänserndorf, Hollabrunn, Korneuburg, Stockerau und die Kinder- und Jugendpsychiatrie Hinterbrühl, die organisatorisch im Landesklinikum Mödling eingegliedert ist. Weiter sollen die Spitäler in Melk, Klosterneuburg, Gmünd und Waidhofen/Thaya in „Sonderkrankenanstalten“ umgewandelt werden, was bedeutet, dass es dort keine Akutversorgung (Aufnahme von Notfällen) mehr geben wird.
Dasselbe droht jetzt dem gesamten nördlichen Weinviertel. Mit der Schließung des Landesklinikums Hollabrunn müssten Notfälle aus unserer Region über wesentlich längere Strecken mit dem Notarzt- bzw. Krankenwagen nach Mistelbach oder Horn befördert werden.Die jetzige Situation ist schon sehr unbefriedigend, denn unter widrigen Umständen kann eine Fahrt von Grenznähe zum nächsten Krankenhaus durchaus eine Stunde dauern. Wird Hollabrunn geschlossen, würde sich die Fahrtzeit erheblich verlängern und damit das Risiko für verunfallte und andere Notfall-Patienten enorm erhöhen.
Die SPÖ Niederösterreich ist fest entschlossen, diesen Kahlschlag in unserer Notfall-Krankenversorgung zu verhindern und erhält dafür volle Unterstützung von der Bundespartei, vor allem in Person des SPÖ-Gesundheitssprechers im Parlament, dem Nationalratsabgeordneten Rudolf Silvan. Die Ortsorganisation der SPÖ Seefeld-Kadolz wird sich den Aktionen ihrer Landes- und Bundesorganisation natürlich anschließen, aber noch weiter gehen und möglichst viele unserer Mitbürger dazu bewegen, gegen diese völlig verfehlte Gesundheitspolitik vorzugehen.
Wir werden über die weitere Entwicklung in dieser Sache weiter berichten und über unsere Aktionen rechtzeitig informieren. Dazu hoffen wir auf zahlreiche Unterstützung unabhängig von (partei-) politischen Ansichten oder Erwägungen, denn es geht um unsere Krankenversorgung und die, die wir jetzt für die nächste Generation schaffen!